Der Entscheid stand fest: Alles bis auf die Aussenwände und das Untergeschoss sollte abgerissen werden. Bevor jedoch mit den Arbeiten begonnen werden konnte, musste geprüft werden, ob im Bestand Asbest verbaut war. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber-Beitrag „Die Pflicht der Asbestsanierung bei Umbauten“.
Der Abbruch erfolgte anschliessend von innen nach aussen. Bauteile in gutem Zustand können über sogenannte Bauteilbörsen, zum Beispiel in Basel, weiterverwendet werden. Dafür müssen sie jedoch den heutigen Standards entsprechen und in ausreichender Stückzahl vorhanden sein (z. B. Fenster, Dachziegel). In unserem Fall wurde auf eine Wiederverwendung verzichtet.
Innenbereich
• Obergeschoss: Abbruchmaterial wurde direkt durch die Fenster in eine Mulde entsorgt.
• Erdgeschoss: Zum Vorschein kam ein Untergrund aus Hüttensand, einem Nebenprodukt der Metallproduktion, das früher als Wärme- und Schalldämmung eingesetzt wurde.
• Untergeschoss: Hier gab es noch keine Bodenplatte, was in der Schweiz bis in die 1970er-Jahre üblich war.
Da Radon in hoher Konzentration nachweislich krebserregend ist, wurde im Bereich der geplanten Bodenplatte Erdreich abgegraben. Ein Förderband ermöglichte den effizienten Abtransport.
Parallel zum Innenabbruch wurden temporäre Spriesse (verstellbare Baustützen) unter die Deckenbalken und diagonal zu den Wänden gesetzt, um die Konstruktion während der Arbeiten zu sichern. Unter die Spriesse kamen Holzklötze zur Lastverteilung und Verbesserung der Standfestigkeit. Die diagonalen Abstützungen wurden fest im Boden und an den Wänden verschraubt.
Aussenbereich
Für die Dachentfernung musste eine mehrtägige Trockenperiode eingeplant werden. Vorab wurden alle Vorbereitungen für die neue Decke und das neue Dach getroffen, darunter das Einbringen von H-Stahlträgern. Rund um das Gebäude wurde ein Gerüst errichtet, um sicher in der Höhe arbeiten und Bauelemente präzise positionieren zu können.
Der Abbruch erfolgte etappenweise:
1. Entfernen aller Dachziegel
2. Abheben des Dachstuhls per Kran
3. Unmittelbarer Übergang in den Elementbau
Bei plötzlichem Regen wäre eine grossflächige Abdeckfolie über das offene Dach gezogen worden. Die Fensteröffnungen wurden provisorisch mit OSB-Platten verschlossen, als Schutz vor Starkregen, Wind und dem Eindringen von Tieren oder Unbefugten.


