„Die Fassade ist das Gesicht eines Gebäudes“, so heisst es oft.
Doch was verbirgt sich dahinter und wie lassen sich die Wünsche der Bauherrschaft konkret umsetzen?
Eine Fassade kann auf ganz unterschiedliche Weise aufgebaut sein. Unverändert bleibt jedoch ihre doppelte Aufgabe: Zum einen prägt sie das äussere Erscheinungsbild, zum anderen erfüllt sie bauphysikalische Anforderungen. In diesem Projekt wünschte sich die Bauherrschaft, das äussere Erscheinungsbild des Hauses weitgehend zu bewahren.
Aufbau der Fassade
Das erhaltene Bauteil des ursprünglichen Hauses war das Backsteinmauerwerk. Aufgrund neuer Geschosshöhen und stärkerer Deckenquerschnitte mussten die bestehenden Fensteröffnungen angepasst werden. Zunächst wurden die Lasten oberhalb der Öffnungen provisorisch abgefangen, danach die Öffnungen vergrössert und neue Stürze eingesetzt. Im unteren Bereich wurde die Brüstungshöhe bis 1 m aufgemauert.
Nach dem Einbau der Fenster erfolgte eine sorgfältige Abdichtung der Seiten mit speziellem Klebeband. Direkt auf den bestehenden Aussenputz wurde eine 16 cm starke EPS-Dämmung befestigt, die leicht diffusionsoffen ist. Im erdberührten Bereich bis 80 cm Tiefe kam hingegen eine 16 cm starke XPS-Dämmplatte zum Einsatz. Da XPS nahezu dampfdicht ist, eignet es sich besonders für feuchtebelastete Zonen.
Unterhalb der Dämmung wurde zunächst eine Kunststoffabdichtungsbahn (Hypalon) angebracht und mit Quarzsand abgestreut, um einen haftfähigen Untergrund zu schaffen. In den unteren Fensterleibungen wurden zusätzlich Bitumenbahnen verschweisst, mit Epoxidharz verspachtelt und ebenfalls mit Quarzsand bestreut.
Schon beim Aufbau müssen Einlagen für die Befestigung von Fensterläden eingeplant werden, damit diese später dauerhaft stabil halten. Um Wärmebrücken zu minimieren, erhielten die Fensterleibungen zudem eine 4 cm starke Flankendämmung, auch wenn diese Stellen trotz allem eine gewisse Schwachstelle darstellen.
Dachrandabschlüsse
Dachrandabschlüsse müssen frühzeitig koordiniert werden: Der Fassadenbauer bringt die Dämmung in der richtigen Höhe an und dichtet sie ab. Erst danach kann der Spengler seine Kupferbleche befestigen, sodass ein dauerhaft dichtes Detail entsteht. Die abgebildeten Prozessfotos verdeutlichen den Ablauf im Detail.
Deckschicht
Damit der Aussenputz langfristig rissfrei bleibt, wird die gesamte Fassade oberflächlich mit Armierungsgewebe stabilisiert. Bewährt hat sich dabei eine doppelte Lage, welche die Stabilität verbessert und optische Wellen an der Fassade verhindert. Anschliessend wird der Deckputz aufgetragen, der zum Schluss mit einer mineralischen Farbe beschichtet wird. Im Sockelbereich verhindert ein eingelegtes Trennprofil oberhalb der XPS-Dämmung, dass Feuchtigkeit durch Kapillarwirkung in die Fassade aufsteigt.


