Bereits seit den Anfängen der Architektur haben Menschen versucht, die Behaglichkeit in Wohnräumen zu verbessern, etwa durch Feuerstellen als Wärmequelle. Im Laufe der Zeit haben technologische Entwicklungen und Forschung zu einem hohen Standard geführt. Gleichzeitig sind die Systeme jedoch immer komplexer geworden. In unserem Umbauprojekt zeigen wir Ihnen, was hinter der Haustechnik steckt und wie sie in einem Einfamilienhaus umgesetzt wird.
Komponenten der Haustechnik
In einem modernen Einfamilienhaus gehören typischerweise folgende Systeme zur Haustechnik:
- Heizung: Wärmepumpe, Boiler, Bodenheizung, Cheminée
- Lüftung: Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, falls natürliche Lüftung nicht ausreicht
- Sanitärtechnik: Trinkwasserleitungen, Warmwassersystem, Abwasser, WC, Dusche, Lavabo, Waschmaschine
- Elektroinstallationen: Netzanschluss, Sicherungskasten, Steckdosen, Beleuchtung, Schalter, Telefon, Internet, TV, Photovoltaikanlage
- Sicherheitstechnik: Blitzableiter
Dies sind die grundlegenden Mindestanforderungen. In grösseren Gebäuden wie Mehrfamilienhäusern, Bürogebäuden oder Spitälern kommen zusätzliche Komponenten hinzu.
Planung und Installation
Die Haustechnik begleitet den Bauprozess von Anfang bis Ende. Eine gründliche Planung ist daher entscheidend. Vom Untergeschoss bis zum Dach zieht sich die Haustechnik durch das gesamte Gebäude.
In unserem Projekt war zunächst die Fassade betroffen: Entlang der Aussenmauern wurden Wasserleitungen ersetzt. ImInnenraum mussten Böden geöffnet werden, um Leitungen neu zu verlegen, und im Küchenbereich teilweise die Wände aufgestemmt werden. Nachdem Wände, Boden und Dach fertiggestellt waren, konnten Elektrorohre, Wasserleitungen und Heizungsrohre ins Obergeschoss geführt werden.
- Boden und Wände: Der Unterlagsboden wies Aussparungen auf, um die Integration der Leitungen zu erleichtern. Die Dämmebene der Wände diente zugleich als Installationsebene, wodurch die Wandquerschnitte kleiner bleiben konnten als bei Massivwänden.
- Elektrorohre: Es ist darauf zu achten, möglichstgeradlinige Verläufe oder sanfte Bögen zu setzen. Dies erleichtert das spätere Einziehen der Kabel. Rohre dürfen nicht in konstruktive Zonen gelangen, da Schrauben oder Bohrungen die Leitungen beschädigen könnten. Eine detaillierte fotografische Dokumentation ist essenziell für spätere Sanierungen oder Montagen.
- Bodenheizung: Heizkreise wurden so berechnet, dass maximal 100 m Länge pro Kreis erreicht werden und die Abstände zwischen den Rohren eingehalten werden, um eine gleichmässige Wärmeverteilung im Estrich zu gewährleisten. Die Trittschalldämmung unter dem Unterlagsboden betrug mindestens 30 mm, um ein Durchdringen der Heizungs-Tackernadeln zu verhindern. Teilweise wurden die Heizungsrohre isoliert, um Wärmeverluste in kalten Bereichen zu minimieren, Kondensation zu vermeiden oder bei eingeschränkten Mindestabständen zwischen Rohren.
Besondere Anforderungen
- Wäscheabwurf: Die Bauherrschaft wünschte einen Wäscheabwurf vom 1. Obergeschoss bis ins Untergeschoss.
- Cheminée: Für das geplante Cheminée im Wohnraum musste das Rohr gemäss denBrandschutzvorschriften bereits, während der Rohbauphase eingebaut und ausgekleidet werden.
fazit
Durch diese sorgfältige Planung und Umsetzung der Haustechnik entsteht ein Wohnraum, der angenehme Temperaturen, Helligkeit, fliessendes Wasser und Hygiene gewährleistet und das weitgehend unsichtbar für die Bewohner.


